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Pionierinnen der Gleichstellung an der UZH

Besonders wichtig waren im europäischen Prozess der Gleichstellung an Universitäten für Zürich und die Schweiz die Frauen, die an der Universität Zürich als erste ein Studium begonnen und abgeschlossen haben. Die meisten von ihnen kamen aus dem Zarenreich in die Schweiz.
Sie hatten in manchen Fällen eine Vorbildfunktion für die nachfolgenden Schweizer*innen, die ihnen teilweise auch persönlich begegnet sind. 

Emilie Kempin-Spyri, erste habilitierte Frau im deutschsprachigen Raum

Portrait von Dr. Emilie Kempin-Spyri in schwarz-weiss, jugendlich wirkende Frau mit geflochtenem Haarzopf, Kette, typischer Kleidung des Neunzehntenjahrhunderts steht an einem Möbel, auf dem sie ihre Hände abgelegt hat und blickt in die Kamera
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Emilie Kempin-Spyri (1853-1901) war die erste Schweizerin, die Jura studierte. Sie habilitierte als erste Frau im deutschsprachigen Raum und trat als Pionierin für die Gleichberechtigung der Frauen ein.

1891 wurde sie als Privatdozentin für römisches, englisches und amerikanisches Recht an der Universität Zürich zugelassen. Sie ist die erste Privatdozentin der UZH. 2008 ehrte die UZH PD Dr. Emilie Kempin-Spyri mit dem Denkmal «Chaiselongue», gestaltet von Pipilotti Rist.

Am 23. April 2015 strahlte SRF 1 den Dokumentarfilm «Emilie Kempin-Spyri - Die erste Juristin Europas» aus. Informationen zum Film sind unter kempinspyri-derfilm.ch zu finden.

Eine archivierte Webseite mit umfassenden Informationen zum Leben und Wirken von Emilie-Kempin Spyri wird durch das UZH Archiv zur Verfügung gestellt. Wayback Archiv – Emilie Kempin-Spyri (1853-1901)

Nadeschda Suslowa, erste Doktorin der Schweiz

Portrait von Nadeschda Suslowa in schwarz-weiss, junge Frau mit zusammengebundenen und am Hinterkopf zu Schlaufen drapierten Haaren, in typischer Kleidung des Neunzehntenjahrhunderts, sie schaut links an der Kamera vorbei, sodass sie fast im Profil zu sehen ist
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Die Russin Nadeschda Suslowa (1843-1918) promovierte 1867 als erste Frau in der Schweiz; an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich.

In einem Brief schrieb sie: «Ich bin die Erste, aber nicht die Letzte. Nach mir werden Tausende kommen.» 1868 legte sie als erste promovierte Ärztin Russlands das Staatsexamen in Russland ab.

Zahlreiche Frauen aus Russland folgten Dr. Nadeschda Suslowas Beispiel und nahmen ein Studium an der Universität Zürich auf. 1873 studierten 114 russische Frauen an der UZH. Sie stellten damit in jenem Jahr ein gutes Viertel aller Studierenden an der UZH.

In einer feierlichen Zeremonie wurde der Pionierin im Juli 2020 im Hauptgebäude der UZH eine Gedenktafel gewidmet.

Marie Heim-Vögtlin, die erste Schweizer Ärztin

Portrait von Marie Heim-Vögtlin, Frau mit leichtem Lächeln schaut seitlich rechts an der Kamera vorbei, akurat gescheitelte Haare und zu einem Zopf zusammengebunden, trägt typische Kleidung des Neunzehntenjahrhunderts
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Marie Heim-Vögtlin (1845-1916) wuchs im Kanton Aargau auf. Mit 23 Jahren beschloss sie, Medizin zu studieren und bereitete sich autodidaktisch auf die Matura vor. Dieser aussergewöhnliche Entscheid löste eine öffentliche Entrüstung aus. 1868 immatrikulierte sie sich an der medizinischen Fakultät der Universität Zürich und legte 1873 das Staatsexamen ab. Da in Schweizer Spitälern keine Ärztinnen angestellt wurden absolvierte sie ihre Assistenzzeit in Deutschland. 1874 promovierte sie und eröffnete im gleichen Jahr als erste Schweizer Ärztin eine Praxis für Gynäkologie in Zürich. 1901 gründete sie zusammen mit Anna Heer die Pflegerinnenschule in Zürich. Zudem setzte sich für das Frauenstimmrecht ein.

Lydia Sesemann, weltweit erste Doktorin der Chemie

Portrait von Lydia Sesemann, Frau schaut seitlich rechts an der Kamera vorbei, sodass sie fast im Profil zu sehen ist. Die Haare sind geflochten und zu einem Zopf zusammengebunden. Sie trägt eine Brille und typische Kleidung des Neunzehntenjahrhunderts.
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Lydia Maria Sesemann (1845-1925) wurde in der finnischen Handelsstadt Wiborg geboren. Finnland war damals Teil des Russischen Reiches. 1869 zog Lydia Sesemann nach Zürich und schrieb sich an der Universität für Naturwissenschaften, insbesondere Chemie, ein. 1873 konnte sie ihre Forschungsergebnisse publizieren. Ihre Erkenntnisse fanden auch Eingang in das «Neue Handwörterbuch der Chemie» und ins «Lehrbuch der Chemie». Als der russische Zar 1873 das Studium russischer Frauen an der Universität Zürich verbot, verliessen die meisten russischen Studentinnen Zürich. Nicht so Lydia Sesemann. Die gescheite Finnländerin, wie sie an der Universität Zürich genannt wurde doktorierte 1874 als weltweit erste Frau in Chemie.